Dezember 2011
Michail Gorbatschow erhält in München den Franz Josef Strauß-Preis

Für seine Verdienste um die Wiedervereinigung Deutschlands erhält er am 10. Dezember 2012 in München den Franz Josef Strauß-Preis. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde bisher u.a. Helmut Kohl und Henry Kissinger verliehen. Im Jahr 1990 hatte Gorbatschow den Friedensnobelpreis erhalten.
Der frühere Präsident von Russland, Michail Gorbatschow, hat anlässlich der Verleihung der Franz Josef Strauß Medaille in München vor einem neuen Wettrüsten gewarnt. Er warnte in seiner Dankesrede davor, dass die Einrichtung des amerikanischen Raketenabwehr Schildes in Europa, das gegen Russland gerichtet ist, und die dadurch bedingte Aufstellung von neuen Radaranlagen in Kaliningrad der Beginn eines neuen Wettrüstens sein könne. Krieg sei heutzutage sinnlos, da er wegen der Atomwaffen alles zerstöre und nicht gewonnen werden kann. Krieg sei keine 'Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln mehr'. Zur derzeitigen Krise des Euro erinnerte Gorbatschow daran, dass es die Deutschen waren, welche die Europäer in die Euro Zone holten. Auch verwies Gorbatschow auf die Verdienste der Griechen für die Europäische Kultur und Zivilisation.
Ministerpräsident Horst Seehofer begrüßte den hohen Gast in München und erinnerte an Gorbatschows Besuche in Oberammergau, in Bayreuth und in der Wieskirche. 'Sie haben einen festen Platz in den Herzen der Deutschen' meinte der Ministerpräsident. Dr. Theo Waigel, Finanzminister unter Helmut Kohl hielt die Laudatio, die von vielen persönlichen Erlebnissen angereichert war. Er verwendete den griechischen Begriff des 'Kairos', der den richtigen Zeitpunkt für eine Entscheidung bedeute, der nicht wieder komme, wenn er versäumt werde. Gorbatschow habe, so Waigel, sein Leben und sein politisches Schicksal für seine Ideen eingesetzt.
Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nahmen an der Preisverleihung teil, so der Münchner Bischof Reinhard Marx, der Griechische Erzpriester Apostolos Malamoussis sowie der Kaufbeurer FW Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl. Vom Konsularischen Korps nahm der Generalsekretär des Korps, Herr L.A. Greissl mit Frau sowie der Honorarkonsul von Nicaragua, Dr. Horst Engler Hamm teil.
Die Veranstaltung fand in der Residenz von München im Vierschimmelsaal statt, dem schönsten und würdigsten Raum, den München zu bieten hat. Er wurde 1614 von Herzog Maximilian I gebaut, der Saal leitet seinen Namen ' Vierschimmel ' von einem Decken Gemälde ab, das den Gott Apoll zeigt, wie er in seinem Wagen von vier Schimmeln gezogen wird. Umrahmt wurde der Festakt von Musikern der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.