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Unabhängigkeitsfeiern am 15. September in Mittelamerika

Nicaragua und die Staaten Mittelamerikas feiern ihre Unabhängigkeit, sie lösten sich 1821 von ihrem Mutterland Spanien. Im September wird der 188 Jahrestag der Unabhängigkeit der Staaten am Istmus und der 153. Jahrestag der Schlacht von San Jacinto in Nicaragua gefeiert. Der Nicaraguanische Erziehungsminister Professor Miguel De Castilla stellte in einer Pressekonferenz den Plan für die Feierlichkeiten vor: Die Feierlichkeiten beginnen am 7. September im Park Ruben Dario, am 14. September findet eine Parade in Managua am Platz der Revolution statt und am 15. September werden in verschiedenen Stadtteilen Managuas Paraden stattfinden, wobei aus der Unabhängigkeitserklärung des Landes gelesen wird. In allen Schulen und Universitäten werden Gedenkfeiern abgehalten und eine besondere Feierlichkeit wird in der Hacienda San Jacinto stattfinden, wo die Schlacht gegen William Walker erfolgreich stattfand. In Berlin werden die Mittelamerikanischen Staaten El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua im "Salon 15.September" in der Joachim Karnatz Allee 45 eine gemeinsame Gedenkfeier abhalten.

 

Die Unabhängigkeit Mittelamerikas 1821

Zwischen 1810 und 1825 wurden die meisten spanischen und portugiesischen Kolonien in Lateinamerika unabhängig.  Impulsgeber war hierbei Mexiko. 1823 wurde eine Zentralamerikanische Staatengemeinschaft gebildet, die jedoch keinen Bestand hatte und 1841 zerbrach. Die koloniale Vorgeschichte Lateinamerikas begann im 15. Jahrhundert: Mexiko wurde hierbei von Hernan Cortez, Peru von Francisco Pizarro erobert. Brasilien wurde 1500 von Portugal besetzt. Kleinere Kolonialbesitzungen hatten Großbritannien, Frankreich und die Niederlande. Simon Bolivar, geboren 1783, wird allgemein als der Befreier Südamerikas von den Kolonialmächten angesehen. Er kämpfte erfolgreich gegen die Spanier und wurde 1819 Präsident von Venezuela. Das Land Bolivien trägt heute seinen Namen. Trotz der Unabhängigkeitserklärungen von Spanien und Portugal brachte diese Unabhängigkeit für die einheimischen Bevölkerungsschichten aus Indianern, Mischlingen und Schwarzen keine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse, da die europäisch stämmigen Bevölkerungsanteile die Herrschaftsstrukturen der Spanier und Portugiesen übernahmen. Die in jüngster Vergangenheit gewählten Präsidenten von Venezuela, Bolivien und Nicaragua versuchen dies zu ändern und den indigenen Bevölkerungsteilen mehr Mitsprache zu geben. Beflügelt wurden diese Vorhaben durch die Wahl des aus armen indigenen Verhältnissen stammenden Evo Morales, der seid 2006 Präsident Boliviens ist. 

 

Die Unabhängigkeit Nicaraguas, die Schlacht von San Jacinto am 14.9.1856

Die Mittelamerikanischen Staaten hatten am 15.September 1821 ihre Unabhängigkeit erhalten. Innerhalb Nicaraguas traten jedoch erhebliche politische Spannungen auf. Dabei waren die Städte Leon und Granada, erstere mit liberalem Bürgertum und Granada im Süden Nicaraguas Zentrum der Auseinandersetzungen.  Der aus Nordamerika stammende Militär William Walker, geboren 1824 in Nashville, Tennessee, intervenierte in dem Konflikt mit 57 Söldnern, als er von der liberalen Partei im Jahr  Nicaraguas 1855 zur Hilfe gerufen wird. Im Jahre 1856 übernimmt er selbst die Macht und erklärt sich zum Präsidenten Nicaraguas, die USA erkennen ihn als Staatsoberhaupt an. Walker wollte in der Folge auch die Nachbarländer Nicaraguas unter seine Gewalt bekommen um die gesamte Region den USA einverleiben zu können. Durch diese Vorgänge aufgeschreckt vereinten sich die Konfliktparteien Nicaraguas und bekämpften mit Hilfe der Zentralamerikanischen Streitkräfte die Söldner. Die Entscheidungsschlacht fand 1856 in der Nähe der Hacienda San Jacinto nördlich von Managua am 14.September statt. Der Sieg kam für Nicaragua überraschend da die Gegner bessere Waffen besaßen die Kämpfe wurden von 2 Ereignissen geprägt: als die Nicaraguaner in die Defensive gerieten kamen die Pferde der Hacienda San Jacinto frei. Durch das Pferdegetrampel erschreckt zogen sich die Söldner Walkers zurück, da sie feindliche Kavallerie vermuteten. Ein anderes historisches Ereignis war der Steinwurf des Serganten Andres Castro, der in zahlreichen Abbildungen dargestellt ist und der damit einen feindlichen Soldaten tötete, die eigene Waffe war kaputt gegangen. Im Museum der Hacienda kann man diese Darstellung auf einem Wandgemälde sehen.

 

München, den 07. September 2009

Dr. Horst Engler-Hamm