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Wahlen 2006 in Nicaragua

Ortega liegt bei Umfragen vorne

Am 5. November 2006 finden in Nicaragua Wahlen statt. Neu gewählt wird das Parlament sowie der Präsident und der Vizepräsident. Ebenso werden die Abgeordneten für das Zentralamerikanische Parlament (Parlacen) gewählt.

Die zwei liberalen Parteien haben Jose Rizo (PLC) und Eduardo Montealegre(ALN) zu ihren Präsidentschaftskandidaten gekürt. Die beiden Sandinistischen Parteien haben Daniel Ortega (Präsident Nicaraguas von 1985 bis 1990, als er von Violetta Chamorro abgelöst wurde) und Edmundo Jarquin (MRS) als Präsidentschaftskandidaten. Außerdem kandidiert noch Eden Pastora, bekannt unter dem Namen "Commandante Zero". Er wurde bekannt durch die Besetzung des Nicaraguanischen Parlaments und die dadurch bedingte Freilassung zahlreicher Inhaftierter in den Gefängnissen von Diktator Somoza. Auch der bekannte Sänger und Komponist Carlos Mejia Godoy nimmt als Kandidat für die Vizepräsidentschaft der MRS an den Wahlen teil.

Laut Meinungsumfragen hat Daniel Ortega von der Sandinistischen Befreiungsfront die größten Chancen, die Wahlen zu gewinnen. Die Meinungsumfragen sehen ihn zwischen 32 und 37% vor Eduardo Montealegre mit 21%, und Jose Rizo (PLC) mit 17%. 18% der Wahlberechtigten haben sich noch nicht entschlossen, wen sie wählen werden.

Im ersten Wahlgang muß der führende Kandidat mindestens 35% der Stimmen erreichen und muss um 5% mehr Stimmen haben wie der Zweitplazierte. Ansonsten kommt es zu einer Stichwahl zwischen den 2 Kandidaten mit den meisten Stimmen.

Der bisherige Wahlkampf ist ruhig verlaufen. Ein tragischer Zwischenfall war der plötzliche Herztod von Herty Lewites, Kandidat der MRS, einer von der Sandinistischen Partei (FSLN) abgespaltenen Gruppe, die Unterstützung von massgeblichen Intellektuellen Nicaraguas, wie Ernesto Cardenal, Sergio Ramirez und Gioconda Belli hat. Herty Lewites war Bürgermeister von Managua.

Internationale  Beobachter haben sich zu den Wahlen angekündigt, unter anderem der ehemalige Präsident der USA, Jimmy Carter, um einen demokratischen Wahlgang zu dokumentieren.

Argwöhnisch beobachten die USA, wie die Wahlen in Nicaragua ausgehen werden, da in Lateinamerika derzeit zahlreiche linke Regierungen gewählt wurden und die USA um ihre Einflußsphäre in ihrem traditionellen "Hinterhof" fürchten.

München, den 29. Oktober 2006
Dr. Horst Engler-Hamm