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Schon lange beschäftigt uns die Frage, warum es in Nicaragua mit nur 5 Millionen Einwohnern eine so große Dichte an Künstlern, Malern und Schriftstellern gibt.
Mir ist aufgefallen, daß vor allem nach dem Sturz der Somoza Diktatur 1979 eine große Anzahl an Büchern erschienen ist, die sich mit dieser Zeit bzw. mit den Jahren des Widerstandes und des Umsturzes beschäftigen. Das große Interesse in Deutschland an der Nicaraguanischen Revolution war sicher mit bedingt durch die Teilnahme zahlreicher Intellektueller am Wiederaufbau eines neuen Nicaraguas. So war der Schriftsteller Sergio Ramirez Vizepräsident und Ernesto Cardenal Kulturminister geworden. Die Vision von der Möglichkeit der Veränderung unserer Welt hin zu mehr Gerechtigkeit schien in greifbare Nähe gerückt zu sein. So beschrieb Omar Cabezas den unmittelbaren Kampf gegen die Somozistische Nationalgarde im Urwald und Gioconda Belli in ihrem Roman „Bewohnte Frau“ wie eine Frau aus der Oberschicht Lateinamerikas in den aktiven Kampf gegen die Diktatur eintritt. Mich faszinierte damals, wie ein kleines Volk weitab von Europa plötzlich einen Umsturz zur Demokratie vollzog, und wie enttäuscht war ich, daß schon 11 Jahre später der sandinistische Traum sich ausgeträumt hatte.
Doch kann der politische Aspekt nicht allein der Grund dafür sein und nach wie vor ist Nicaragua reich gesät auch mit jungen Künstlern und Schriftstellern. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir eine Antwort auf diese Frage finden. Den Anfang macht der berühmte Schriftsteller Hermann Schulz in seinem Essay »Nicaragua und die Globalisierung der Poesie«.
Wenn Sie uns hierzu auch ein Essay schicken möchten, freuen wir uns sehr: info@nicaraguaportal.de.
Ihr Dr. Horst Engler
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