Chile: Camila Vallejo Dowling – die Symbolfigur der chilenischen Studentenproteste spricht in München an der LMU über den Bildungsstreik
"Wir werden nicht aufhören, bis wir endlich echte Demokratie haben"

Im überfüllten Hörsaal 107 der LMU referierten Camila Vallejo Dowling, Studentin der Geografie in Santiago de Chile, und Karol Cariola Oliva über die Studentenproteste in Chile. Bei diesen Protesten stehen die Studenten an der Seite der Arbeiter, der Umweltschützer und der indigenen Bevölkerung. Das reaktionäre Bildungssystem sei noch in der Ära der Pinochet Diktatur festgeschrieben worden, übrigens unter Mithilfe der Universität Würzburg, und begünstige die Wohlhabenden. So müssen 85% der Bildungskosten von den Familien der Auszubildenden getragen werden.
2011 waren die Höhepunkte der Studentenproteste mit 1,5 Millionen Teilnehmern, die nun auch Arbeiter und andere soziale Schichten mit einbeziehe. Denn es sei wichtig, dass sich das soziale System ändert. Das neoliberale Regierungssystem in Chile sei ein Import aus den USA.
Die Studiengebühren in Chile seien höher als der Grundlohn im Lande. Zwar habe es in Chile ein Wirtschaftswachstum gegeben, das Leben der Bevölkerung habe sich aber nicht verbessert. Die Ausbildung in Chile muss gratis sein, qualitätsvoll und für alle Menschen möglich werden.
Die Gäste aus Chile wurden von mehreren Hundert Studenten der Uni begeistert empfangen. Am Abend fand eine Veranstaltung mit den chilenischen Gästen im Gewerkschaftshaus statt. Die chilenischen Aktivisten befanden sich zwei Wochen auf einer Tour in Europa, die in München u.a. von der VERDI Jugend und von LA RUKA unterstützt wurde.
München, den 9. Februar 2012
Dr. Horst Engler