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Rubén Darío

Der Nationaldichter von Nicaragua

Félix Rubén García y Sarmiento, genannt Rubén Darío (1867-1916)

Biographisches

Rubén Darío gilt als der berühmteste Dichter Nicaraguas. 1867 in Metapa, heute Ciudad Darío, südlich von Matagalpa geboren und in Léon aufgewachsen, war er der erste Schriftsteller in Mittelamerika, der in Spanisch schrieb und so zur Identität der mittelamerikanischen Völker beitrug. Ruben Darío war viel unterwegs, in Madrid arbeitete er als Nicaraguanischer Botschafter. 1916 starb Ruben Dario in Léon, wo in der Kathedrale sein Grab besichtigt werden kann. Vor dem Grab wacht ein Löwe und auf dem Grab steht »Nicaragua wurde aus Kraft und Ruhm geschaffen. Nicaragua ist für die Freiheit geschaffen«. Das Haus, in dem Ruben Dario aufgewachsen ist, liegt in der Nähe des zentralen Parks und ist ein Museum. Viele Parks und Plätze tragen den Namen von Ruben Dario, das »Theatro Ruben Dario« steht in Managua.

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Rubén Daríos Werk

Im Norden von Nicaragua, in Léon – der liberalen Metropole des Landes – ging Darío auf das Jesuitenkolleg, wo er im zarten Alter von 12 Jahren die ersten Gedichte schrieb.

 

»Azul«

Mit 21 Jahren veröffentlichte Darío in Chile den Gedichtband »Azul«, der ihn schon bald in ganz Lateinamerika wegen seiner einfühlsamen Wortwahl voll Sinnlichkeit und Klangfülle berühmt machte. Beeinflußt durch die Dichtung der großen französischen Symbolisten wurden seine Werke richtungsweisend für die nachfolgenden Generationen. Entfacht wurde dieser »Modernismus« durch seinen Hang zur Ästhetik und Freiheit. Seine durchgreifenden metrischen und stilistischen Neuerungen sowie seine zügellose Leidenschaft und starke Sinnlichkeit machen ihn zum Bahnbrecher einer neuen Dichtkunst. So wird die spanische Sprache zu einem »Klangkörper, in dem die Regungen der Seele ihren Ausdruck finden«. Für Darío soll der Vers eine »Wortharmonie und ideale Melodie« ausdrücken und er soll »ein Suchen nach etwas sein, was man nie erreicht, wie man es träumt«. Dabei ist die Farbe blau (Azul) für Dario das Motiv, das den gesamten Gedichtband durchzieht.

 

»Cantos de Vida Y Esperanza«

Die »Cantos de Vida Y Esperanza«, die 1905 erschienen, stellen den Höhepunkt von Daríos Schaffen dar. Darío merkte dazu an, daß er die metrischen und rhythmischen Erneuerungen deshalb mache, weil der poetische Ausdruck in der Dichtkunst langweilig geworden war und »die Mumifizierung des Rhythmus zum Glaubensartikel wurde«. Diese zeitbezogenen Gedichte stellen das geistige Erbe, die Werte der spanischen Kultur und deren Eigenständigkeit heraus, im Gegensatz zur (Un)-Kultur Amerikas und Englands und deren Materialismus. Darío denkt nach über den Menschen, die Liebe und den Tod. Diese Gesänge von Leben und Hoffnung machten Darío weltberühmt.

 

»Los Raros«

Seine literaturkritischen Studien »Los Raros, gehen u.a. auf den Ausspruch von Paul Verlaine zurück, der meinte, nur das Seltene sei das Schöne. Darío veröffentlicht hier 19 Essays »über bedeutende Schriftsteller, die mir damals extravagant oder wirklichkeitsfremd vorkamen« wie er selbst anmerkt. ‚Raro‘ bedeutet im Spanischen selten und ungewöhnlich und Darío möchte deshalb in seinen Studien auf unbekannte Dichter seiner Zeit aufmerksam machen. Die Namen dieser Schriftsteller sind heute zum Großteil vergessen, andere, bekanntere Schriftsteller wie Rimbaud oder Baudelaire übergeht er, weil sie dem gebildeten Südamerikaner ohnehin bekannt sind.

 

»Peregrinaciones«

Rubén Darío war auch Journalist. Er arbeitete für die argentinische Zeitung »La Nacion« und bereiste für diese Zeitung Europa und Amerika. Die gesammelten Aufsätze wurden unter dem Titel »Pilgerfahrten« herausgegeben. Allerdings war ihm diese Tätigkeit als Journalist auch manchmal lästig, weil »man tausend Wege machen müsse, um irgendwelche Leute zu begrüßen, und den Umgang mit Menschen pflegen müsse«. So entstanden zahlreiche Artikel über das alte Europa vor dem ersten Weltkrieg. Seine Neugier und Aufgeschlossenheit für alle Dinge, die in der Welt passierten, waren gute Voraussetzung für seine Reisen durch zahlreiche europäische Städte. Über den Besuch beim Papst schreibt der Agnostiker: »Warum sollte ich es nicht sagen? Mich bewegten die selben Empfindungen wie am Tag meines ersten Rendezvous und beim Erscheinen meines ersten Buches«. In allen Aufsätzen Daríos ist die tiefe Bewunderung der abendländischen Geisteswelt sowie deren Kultur und Geistesgeschichte zu spüren, die er mit stilistischer Gewandtheit und intellektueller Neugierde beschreibt.

Zum Schluß möchten wir Ihnen ein Gedicht Rubén Daríos präsentieren und hoffen, Ihnen eine Anregung zur Lektüre dieses großen Lateinamerikanischen Schriftstellers gegeben zu haben.

 

»Rosen und Lilien«

Wider alle Qualen, wider Traurigkeiten
Wenn auf bare Häupter schnein die rauhen Zeiten
Und die Ängste tosen:
Dies sind die Momente für die roten Rosen.
Doch für Augenblicke schwangrer Illusionen,
Die sich mühn dem Herzen Blumen einzuthronen
Liebliche Delirien:
Weiße, weiße Lilien.

 

Rubén Daríos Reisen nach Mallorca

In den Jahren 1906/1907 und 1913 zog es Rubén Darío immer wieder auf die schöne Baleareninsel Mallorca. Er lebte dort mit seiner großen Liebe Francisca Sánchez („La Princesa Paca”). Er folgte einer privaten Einladung der Familie Sureda nach Valdemossa in die Kartause „La Cartuja de Valdemossa“ und war derart beeindruckt von der Schönheit und Stille dieses Klosters, daß sie ihn zu seinem Gedicht „La Cartuja“ inspirierte. Auch beschäftigte er sich hier mit der Liebespoesie von Frédéric Chopin und George Sand. Im Jahr 1913 begann er hier seinen autobiographischen Roman „El oro de Mallorca“. Dario avancierte schon bald zu einer beliebten Berühmtheit auf Mallorca: Man rezitierte seine Gedichte und erbaute ihm Denkmäler.

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Grab des Rubén Darío in Nicaragua Leon